iPad – Soll und Haben

In diesem Post stelle ich negative und positive Aspekte dar, die mir nach nunmehr einer Woche iPad Benutzung aufgefallen sind. Ich werde die Liste in Zukunft von Zeit zu Zeit überarbeiten und freue mich auf weitere Anregungen von euch.

Soll

Unfug mit den HD Versionen:
Nach der Übertragung der iPhone Anwendungen auf das iPad mussten viele Anwendungen noch einmal installiert werden, da sie die iPad Auflösung nicht unterstützen. Dies machen nämlich nur die so genannten ‘Universal Apps’, die leider nich sehr rar gesät sind. Stattdessen müssen viele Apps erneut als HD-Version gekauft werden. Mein Vorschlag: zusätzliche Leistungen als In-App Kauf realisieren.

Softwarequalität:
Im Gegensatz zu den iPhone Anwendungen sind die neuen iPad Anwendungen zum Teil wesentlich fehlerhafter. Hier vermisse ich die bisher gewohnte Qualität.

Synchronisation von Bildern:
Es gibt keine Möglichkeit eine vorhandene Baumstruktur auf das Gerät zu übertragen. Es werden immer alle Unterordner im Wurzelordner kumuliert. Symbolische Links unter Windows werden von iTunes nicht unterstützt.

Safari Browser:
Es fehlen die notwendigen Funktionen wie PopUp Blocker, Ad Blocker u. Script Blocker. Dieser Punkt gilt ebenfalls für das iPhone.

Tastatur:
Für geübte 10-Finger Schreiber nicht zu verwenden.

Notizen:
Wurden vom iPhone nicht zum iPad synchronisiert – warum?

Adobe Flash:
Hierzu wurde schon alles gesagt, ist zur Zeit aber definitiv in vielen Bereichen noch ein Manko, z.B. Mediatheken der ÖR Sender.

Kensington Lock:
Leider keine Möglichkeit das Gerät zu sichern mit ‘dem’ Standard.

Akku Ladezeit
Eine komplette Ladung benötigt ca. 4 bis 5 Stunden. Da sollte man also gleich die Nacht zum Nachladen veranschlagen.

Bücherhalle
Tja, wenn es denn genau eine Bücherhalle alla Bookstore alla iBook Anwendung wäre! Leider kocht hier jeder Anbieter sein eigenes Süppchen und so gibt es für jeden Bücherlieferanten (Apple, Amazon, …) ein eigenes App. Auf die Spitze getrieben wird dies dann durch die Tatsache, dass jede Zeitung, jede Zeitschrift und jeder Kataloganbieter noch mit einer eigenen App zusätzlich daher kommt.

Druckfuntion
Eine Funktion zum Drucken ist bisher leider noch nicht in iOS 3.x integriert, soll aber mit der nächsten Version nachgereicht werden. Solange bleiben nur Workarounds mit Apps wie ePrint oder echte Notlösungen wie

Haben

Display:
Das Display ist ohne Wenn und Aber eine Wucht

Akku:
Ich bin zwar der Meinung ein Akku kann gar nicht lange genug halten aber der beim iPad hält zumindest solange durch, dass man sich innerhalb eines Tages kein Kopf darum zu machen braucht.

Tastatur:
Für geübte 2-Finger Schreiber vor allem im Querformat absolut tauglich.

Warum ich mir ein iPad kaufe

Apple hat einmal mehr mit dem iPad mehr richtig als falsch gemacht. Über 1 Mio. Verkäufe im ersten Monat nur in US sprechen für sich. Und vor allem war Apple einmal mehr der erste, der mehr als Vaporware oder vollkommen unbrauchbare Hardware produziert hat. Appels Ankündigungen haben sich bisher meist auch ‘materialisiert’.  Geschickt haben sie das Momentum und die Steilvorlage durch den Erfolg des iPhones genutzt und nun noch einmal geschickt nachgelegt. Wir ‘entwickelten’ Nationen sollten uns dazu bekennen in einer modernen Freizeitgesellschaft angekommen zu sein, welche Gadget Spielzeuge, die seichte Unterhaltung und einfachen Medienkonsum an jedem Ort, am liebsten aber bequem auf dem Sofa oder im Bett liegend bieten, liebt. Und dies bietet das iPad in Perfektion:

  1. Auf Knopfdruck betriebsbereit
  2. perfekte Optik und Haptik, Apple halt…
  3. Fotos und Filme ansehen
  4. Musik hören
  5. Bücher lesen
  6. Web surfen
  7. mobil, auf Wunsch auch außer Haus
  8. schriftliche Kommunikation, eMail & Web 2.0
  9. ich behaupte mal der Rest ist eher unwichtig

Eine Fehler den viele machen ist das iPad als alleinigen Stern im privaten Gadgetuniversum zu betrachten. Weit gefehlt, denn das iPad ist meist mit einem Computer und Smartphone gemeinsam im Haus. Damit sind schon einmal alle Argumente wie ‘ich kann damit kein Video-Rendering’ machen oder damit nicht telefonieren belanglos. Videokonferenzing halte ich in diesem Zusammenhang auch für maßlos überbewertet.  Das iPad wird für die Aufgaben genutzt werden, die es besser kann als die anderen Geräte. Und sei es nur weil es verfügbarer (steht im Wohnzimmer eh direkt hinter mir im Bücherregal), mobiler (deswegen boomt der Laptop gegenüber dem Desktop PC) oder schlichtweg leichter (z.B. vs Laptop) ist als das häusliche Konkurrenzgerät. Und anscheinend glaubten 1 Mio. Amerikaner im April 2010 das es derer Gründe genügend und hinreichend gibt, um dafür mindestens 500$ auszugeben.

Was hat Apple beim iPad richtig gemacht? Das Gewichtigste sind hier meines Erachtens die vielen Millionen Kunden des iPhones und iPod Touches sowie vielen Zigtausend Anwendungen (Apps), die das solide Fundament auf dem man geschickt aufgebaut hat, bilden. Ich habe mich sehr über die Spekulationen vermeintlicher Experten, welches OS das kommende Apple Tablet wohl bekommen würde, gewundert. Warum sollte Apple eine perfekt funktionierende und erfolgreiche Infrastruktur neu erfinden? Warum hat Apple u.a mit dem iPhone so viel Erfolg? Neben anderem wie der einfachsten Bedienung weil sich die äußere Form und der Dockconnector nicht bzw. nur unwesentlich verändert haben.  Das bildet die Grundlage für einen riesigen Zubehörmarkt der wiederrum das iPhone und den iPod Touch selber attraktiv machen. Und was sagt uns das wohl für das kommende iPhone 4G oder iPhone  HD?

Was mag ich am iPhone? Es sind vor allem die kleinen überschaubaren und einfach zu bedienenden Programme, die sofort betriebsbereit sind wenn ich ein ‘Problem’ habe, bei dem sie mir helfen können. Zudem ist kein ‘langer Weg’ zu einem Computer erforderlich, das iPhone ist in meiner Tasche immer dabei. Kein langes booten des Betriebssystems, selbst aus dem Standby oder Hibernate benötigt Windows mindestens 30 Sekunden um aufzuwachen. Das Programm auf dem iPhone ist in Sekunden gefunden und gestartet u. wartet auf Eingaben. Irgendwie starten auf meinem Laptop alle Programme deutlich langsamer bzw. erst nachdem Windows selber, Virenscanner, Malwarescanner, Java, Flash und diverse andere Dinge aktualisiert wurden… Und all diese Dinge werde ich auch am iPad lieben.

HP hat übrigens mit der Übernahme von Palm und somit von PalmOS einen wichtigen Schritt Richtung Konkurrenzfähigkeit gegenüber Apple getätigt. Microsoft Windows, Version ‘welche auch immer’, ist definitiv ungeeignet für kleine smarte Gadgets wie Tablet PCs und Smartphones. Und Leute, die auf solchen Geräten ihr MS Monster Office wie auf dem PC verwenden möchten, ja denen ist eh nicht mehr zu helfen.

Was hoffe ich sonst noch am iPad zu lieben? Der Bildschirm wird die ideale Größe haben. Für den längeren Gebrauch ist der des iPhones nämlich zu klein und da kann man von Glück sprechen, das dessen Akku nur ca. 3-4 Stunden durchhält. Der Akku des iPads hat dagegen eine traumhafte Laufzeit von ca. 10 Stunden, die somit auch für längere Surfsitzungen am Wochenende genügen dürfte. Überhaupt betrachte ich den Medienkonsum des geschriebenen Wortes als Haupteinsatzgebiet des iPads, in Buch-/Heft-/Zeitungsform aber vornehmlich als Website.

Welche Argumente gegen das iPad finde ich eher belanglos? Zuerst einmal alle, die sich gegen die Einschränkungen durch eine Zensur Apples richten. Hier weiß ich als hoffentlich gut informierter Käufer vorher worauf ich mich einlasse und wenn mir dies nicht paßt kaufe ich eben ein anderes Produkt – gut ist. Andererseits schützt Apple mich auch durch den Appstore vor Malware o. ähnlichem, was für ‘Nicht Experten’ sogar ein Vorteil ist. Durch den mitgelieferten Webbrowser Safari habe ich aber stets vollen Zugriff auf das ‘noch weitestgehend unzensierte’ Internet wie mit jedem anderen Computer auch. Gut, auf Flash muss ich zwar verzichten aber ich wage an dieser Stelle mal die Vorhersage, daß Flash auf dem sterbenden Ast ist und in 2 Jahren nur noch ein Nischendasein fristen wird  – sorry Adobe… Es wird sich kein Unternehmen leisten können die große Anzahl von Websurfern auf iPhone/iPad OS längerfristig auszusperren. Da eine doppelte Entwicklung für Flash und HTML-5 wohl längerfristig gesehen zu teuer wäre, wird sich hier der ‘wirkliche Standard’ HTML-5 wohl durchsetzen. Mehr zu den Möglichkeiten von HTML-5 ist im Apple-Showcase zu sehen.   Übrigens: die ewigen Flash updates aufgrund irgendwelcher Sicherheitslöcher werde zumindest ich nicht wirklich vermissen.

Aber das wichtigste Argument für das iPad habe ich mir natürlich zum Schluß aufgehoben: Das iPad bekommt meine Frau damit ich mal wieder an meinen Laptop komme um all die Dinge machen zu können, die man mit dem iPad nicht machen kann wie z.B RAW Fotoentwicklung…

P.S.: Soeben ist der Akku vom Laptop zum zweiten mal leer heute und beim Zeigen eines Bildschirminhaltes wäre das Teil beinahe runter gefallen – wegen umständlich drehen und so…