Medienserver I

1. Einleitung

Wäre es nicht irgendwie cool, an zentraler Stelle einen Medienserver, der Bilder, Video und Audio an jede Stelle der Wohnung übertragen kann, zu haben?

Hier eine kleine Argumentationshilfe:

  • Im Wohnzimmer mit bestem Sound von Stereoanlage, Partys ohne CD-Jockey spielen zu müssen
  • In der Küche coole Beats beim Spülen
  • Im Bad unter der Dusche muss endlich nicht mehr selber geträllert werden
  • Im Kinderzimmer ist endlich Schluss mit Bandsalat und zerkratzten CDs (am besten noch von einer nicht kopierbaren UN-CD)
  • und überall stehen hunderte neue internationale Radiostationen zur Auswahl (ohne Radio-Hamburg Jingels -juhu!)

Alles was man benötigt, um das Projekt Medienserver zu beginnen, ist ein PC mit Netzwerkkarte und eine DSL-Flatrate, sofern auch Internetradio hören möchte.

Ich gebe im folgenden einen Überblick zum Thema und stelle die von mir gewählte Lösung kurz vor.

2. Hardware

An Hardware benötigt man zuerst den eigentlichen Medienserver. Dieser nimmt über ein Netztwerk Kontakt zu den Medien Abspielgeräten auf. Für einige Abspielgeräte muss man noch extra Lautsprecher erwerben, was den großen Vorteil hat, dass man hier in einem wesentlichen Punkt die Wiedergabequalität massiv beeinflussen kann.

Die Auswahl des Medienservers hängt von der bereits vorhandenen Infrastruktur im Hause ab: vorhandenes Netzwerk LAN/WLAN, vorhandene Server,vorhandene Router sowie vorhandene USB-Festplatten. Steht man quasi ‘vor dem Nichts’ so wie ich, so kann man mit dem Gerät Asus WL-HDD viele Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • LAN und WLAN integriert
  • Festplatte nach Wahl
  • leise

Und das alles zu einem günstigen Preis, sowohl in Bezug auf Anschaffungs- als auch auf Betriebskosten. Da ein Medienserver immer angeschaltet ist, sollte man vor allem letzteres im Auge haben. Einen guten Überblick zum Thema NAS-Medienserver bietet DNLA.org.

Als Abspielgerät dient natürlich jeder denkbare PC oder MAC. Aber wer möchte so ein Teil schon im Badezimmer oder der Küche stehen haben? Also greift man auch hier auf ein spezialisiertes Gerät zu. Ich habe mich hier für einen Terratec Noxon Audio entschieden und ihm ein paar gute Lautsprecher spendiert: Logitech Z3. Auch hier bietet TwonkyVision wieder einen guten Überblick, was der Markt an Abspielgeräten bietet.

3. Software

Es wird eine breite Palette an Software benötigt, die jedoch überwiegend kostenfrei zur Verfügung steht.

3.1. Generierung der Medieninhalte

Um die Inhalte von der CD oder DVD auf den Medienserver übertragen zu können muss diese erst in das MP3 Format bzw. MPEG Format umgewandelt werden. Dies ist nur bei nicht kopiergeschützten Medien erlaubt. Geht dem Stress aus dem Weg und lasst alles mit Kopierschutz am besten beim Händler liegen.

  • Audio-RipperHiermit kratzt man die Lieder von einer CD und wandelt sie in das MP3 Format um: Exact Audio Copy (EAC), CDexZur Umwandlung selber benötigt man einen sogenannten Encoder: Lame für MP3
  • Video-RipperHiermit kratzt man die Videodaten von einer DVD. DVDs sind jedoch zu 99% CSS verschlüsselt und damit ist die Verwendung von Werkzeugen wie Smartripper o.ä. verboten. Wer für seine Privataufnahmen tiefer in die Materie eintauchen möchte kann sich bei DVD Rip Guides oder Doom9 informieren.
  • MP3-TaggerSchreibt in die Mediendatei Informationen, die zur Katalogisierung des Inhaltes verwendet werden wie z.B. Albumname, Interpret, Titel, Erscheinungsjahr usw. Ich habe hier bisher nur ein Programm kennen gelernt. Damit will ich sagen, dass dieses wirklich alle meine Anforderungen erfüllt hat, ein echt geniales Stück Software: MP3Tag.

3.2. Abspielen der Medieninhalte mit einem PC

Beim Abspielen kann ein reiner Audio- oder Videospieler oder die Kombination aus beidem, ein Medienspieler, verwendet werden:

  • Audio-SpielerReine Audiospieler verbrauchen wenig Ressourcen, wie z.B. foobar200.
  • Video-SpielerFreie Videospieler sind mir in ‘Reinkultur’ nicht bekannt. Zum Abspielen werden meistens DVD-Spieler wie WinDVD oder PowerDVD verwendet.
  • Medien-SpielerAls Medienspieler werden Programme bezeichnet, die verschiedene Multimediadaten wie Musik, bewegte Bilder und Fotos wiedergeben können. Wer möchte kann die Alles-In-Einem-Ist-Eh-Schon-Installiert-Lösung verwenden: Windows-Media-Player. Wer auf Sicherheit wert legt oder sonstige Bedenken gegen DRM und alles was aus dem Hause Microsoft kommt hegt, greift besser zu einer Alternative wie Winamp. Zum Abspielen können auch der Real-Player oder iTunes oder Quicktime-Player verwendet werden. Damit hat man dann einen schönen bunten Playermix auf seinem Rechner…

3.3. Katalogisieren und übertragen der Medieninhalte

Am einfachsten und zugleich universellstem stellt man alle Inhalte über einen zentralen UPNP Medienserver zur Verfügung. Hier bietet sich Twonkyvision mit seiner jahrelangen Erfahrung und den zahlreich unterstützten Plattformen an.

Twonky ermöglicht die Katalogisierung z.B. auf folgende Arten:

  • Interpret
  • Genre
  • Album
  • Verzeichnis
  • Interpret/Album
  • Genre/Interpret
  • Genre Index
  • Jahr/Interpret
  • Interpreten Index

3.4. Alternative NAS-Firmware

Für das WL-HDD Laufwerk empfiehlt sich eine alternative Firmware von Oleg,, die zahlreiche Zusatzmöglichkeiten implementiert.

  • SAMBA Konfiguration
  • SSH Zugang
  • VSFTP Server

3.5. Verwaltung des Medienservers

Die ASUS- WL-HDD kann per Web-Browser und per SHH Client Putty verwaltet werden. Hierzu ist einfach die IP des Gerätes anzugeben.

  • Reset/Default IP bzw. die nach einer Rücksetzung des Gerätes ist ‘192.168.1.1’.
  • Default Username/Password Standard Firmware ist admin/admin
  • Default Username/Password Oleg Firmware: [blank]/admin

Viele Zusatzinfos finden sich im Sprayfly Wiki, bei Tuxbox und im WL500g Forum.

8. Einrichtung d. Medienservers

Abschließend noch ein paar wichtige Befehle, die bei der Einrichtung des Gerätes benötigt werden.

Samba:

  • mkdir /usr/local/sbin
  • cp /tmp/harddisk/system/post-boot /usr/local/sbin
  • chmod 777 /usr/local/sbin/post-boot
  • echo /usr/local/sbin/post-boot >> /usr/local/.files
  • flashfs save && flashfs commit && flashfs enable
  • reboot

Swapspace:

  • dd if=/dev/zero of=/tmp/harddisk/system/swapspace bs=1M count=32
  • mkswap /tmp/harddisk/system/swapspace
  • swapon /tmp/harddisk/system/swapspace cat /proc/meminfo

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