Bewerbungsfallen

Das Internet als Falle für die eigene Bewerbung und was Bewerber online über sich verraten

Laut einer BDV-Studie nutzen zwei Drittel aller Personalverantwortlichen das Internet, um sich über Bewerber zu informieren. Mit etwas Glück können sie so mehr über die Soft Skills des Kandidaten erfahren. Zum Beispiel, indem sie sehen, mit welchen Hobbys ein Bewerber sich dort präsentiert. Die Interessen des zu verstärkenden eigenen Teams sind bekannt und er kann so sehen, ob der Bewerber auch vom Typ her dazu passen würde.

Besonders Äußerungen in Foren können dem Bewerber negativ ausgelegt und zur Falle werden. Da es hier oft Namensgleichheiten gibt, besteht eine Verwechselungsgefahr, der sich beide Parteien bewusst sein müssen.
Viel zu wenige Personen denken über ihre Internetaktivitäten nach. Personen sollten stets sehr darauf achten, was sie von sich veröffentlichen, da es nur eine Frage der Zeit ist, bis aus ihnen ein Bewerber wird. Allerdings lässt es sich manchmal nicht verhindern: Wer z.B. als Sportler Erfolg hat, taucht in den Medien auf. Wenn es sich dabei aber um eine Risikosportart handelt, kann das von Firmen kritisch beäugt werden. Dabei bedeutet „Risiko“ nicht immer nur Spektakuläres. Das kann für manche Firmen sogar Fußball oder Squash sein.

Aktivitäten in Netzwerken fallen positiv auf. Viele Personalverantwortliche recherchieren  in Netzwerken wie Xing, ehemals OpenBC. Dort kann er unter anderem sehen, wie vernetzt der Bewerber selbst ist – was gegebenenfalls natürlich als Plus gewertet wird. Vielleicht ist der Bewerber sogar über zwei Ecken bekannt und der Personaler kann sich so genauer über ihn informieren.

Eine eigene Homepage zeugt von besonderem Engagement. Wenn die Seite funktionell gemacht ist, hinterlässt sie einen guten Eindruck. Aber der Bewerber kann sich damit auch ein Bein stellen: Findet sich der Personaler dort schlecht zurecht, ist der Besuch der Seite Zeitverschwendung und es bleibt ein negativer Eindruck. Vor allem von dem Internet nahen Berufsgruppen wie IT-Experten erwartet man natürlich viel.

Es ist jedem Bewerber zu raten, vor der Bewerbungsphase in Suchmaschinen und Netzwerken zu prüfen, was über ihn veröffentlicht ist. Wenn er etwas findet, das einen negativen Ausschlag geben könnte, sollte er sich am besten mit den Betreibern der Seite in Verbindung setzen, um den Eintrag löschen zu lassen. Weil das aber oft schwierig ist, sollte man sich stets vorab Gedanken machen, womit man sich öffentlich präsentiert.

Ein Kommentar

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  1. Was sagt uns das? Spiele ich Fußball, habe ich evt. ein Problem, spiele ich kein Fußball, habe ich evt. auch ein Problem. Ich denke, man kann alles so oder so auslegen und insofern würde ich die Internet- Recherche seitens eines Arbeitgebers nicht überbewerten. Ich bin im Internet präsent und halte das wohl dosiert. Damit zeige ich, ich bin offen für neue Medien, was man als positiv bewerten kann. Natürlich kann man das auch negativ bewerten (verbringt viel Zeit vor dem Rechner, sicher auch während der Arbeitszeit). EIn Beispiel: Triathlon kann man als negativ bewerten (zeitaufwendig), aber auch als positiv (ausdauernd, diszipliniert). Ein Arbeitgeber, der mein Hobby als negativ bewertet, ist sicher nicht der richtige Arbeitgeber für mich. Und ein Arbeitgeber, der in meinem Privatleben schnüffelt, vertraut mir offensichtlich nicht. Also ist er auch da nicht der richtige Arbeitgeber für mich. Und wie vertrauenswürdig ist das Internet? Mit wenigen Klicks könnte ich über jeden Menschen Informationen streuen. Ich erwarte von einem Arbeitgeber, dass er sich mit mir auseinandersetzt und nicht mit ein paar Informationen, die im Internet über mich auffindbar sind.

    Es ist aber auch ein Mythos, dass Personalabteilungen aufwendige Recherchen im Internet über potentielle Bewerber durchführen. Das haben schon diverse Personaler relativiert. Zu zeitaufwendig. Also, Vorsicht ist geboten, aber übertriebene Vorsicht ist auch nicht ratsam.

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