Apr222012

Phantombenutzung auf dem iPhone

Ganz unten auf der Seite Einstellungen / Allgemein / Benutzung zeigt das iPhone die Werte für die Zeiten seit der letzten vollständigen Ladung an:

  1. Zeit in Benutzung
  2. Zeit im Standby

Es entspricht dem Benutzerverständnis, dass die ‘Zeit in Benutzung’ nur dann läuft, wenn am Gerät aktiv etwas gemacht wird, also z.B. gesurft oder telefoniert. Diese Annahme ist bei modernen Smartphones aber mitnichten korrekt. Vielmehr laufen im Hintergrund viele Prozesse automatisiert ab, die ebenfalls zur Benutzung zählen. Es ist in meinen Augen aber ein Versäumnis von Apple, das nicht eindeutig definiert ist oder nicht kommuniziert wird, ab wann etwas als Benutzung zählt. Ist dies z.B. ab 20% CPU Auslastung der Fall? Am besten wir nähern uns dem Thema weiter, indem wir eine Aufzählung aller Tätigkeiten versuchen, die ein Smartphone im Standby durchführt, hier versuchsweise in der Reihenfolge von hohem zu niedrigem Energieverbrauch:

  1. Erhalt der Mobilfunkverbindung
  2. Erhalt der WLAN Verbindung
  3. Erhalt der Bluetooth Verbindung
  4. Ermittlung von GPS Standortinformationen und deren Weiterverarbeitung (Geo-Fencing, Gerät suchen Funktion, Freunde App)
  5. Abruf von Email, Notizen, Lesezeichen, Dokumenten, Kontakten
  6. Abruf von Kalenderinformationen
  7. Abruf von Erinnerungen & Aufgaben
  8. Abruf von allen(!!) Infos für die Mitteilungszentrale. Wie ich heute in der CT gelesen habe, sind dies z.B. Energieaufwände bei Aktien & Wetter Widget für die Übertragung von 40MB Daten pro Monat.
  9. Fotostream, Upload mit dem Gerät selbst erstellter Bilder aber auch Download von Bildern, die von anderen Geräten hochgeladen wurden.

Was meiner Meinung nach ins Reich der Sagen gehört:

  1. Mit dem Homebutton geschlossene Programme. Diese laufen maximal noch 10 Minuten weiter und werden dann vom iOS gestoppt.
  2. iCloud Backup. Findet nur statt, wenn das Gerät am Stromnetz hängt.
  3. iTunes Backup. Ebenfalls nur bei vorhandener Stromverbindung
Um Fakten sprechen zu lassen, habe ich einen typischen Arbeitstag von mir mitgeschnitten:

Die wichtigsten Erkenntnisse hieraus auf den Punkt gebracht:

  1. Facetime kosten viel Akku, da 3G&WLAN, Bild und Ton zugleich (3)
  2. Der 3G/WLAN Nachtverbrauch ist <1% pro Stunde (7)
  3.  Schlechter 3G Empfang kostet sehr viel Strom (9), der durch einen Wechsel auf GSM (10) vermieden werden kann.
  4. Bewegung via ÖPNV (Bus/U-Bahn) mit GSM und Musik hören verbraucht wenig Akku (11)
  5. Bewegung via ÖPNV (Bus/U-Bahn) mit 3G  bei geringer (8) und intensiver (12) fortlaufender Datennutzung via Twitter verbraucht viel Strom (12)
Mein Fazit:
  1. 3G und erst recht schlechter 3G Empfang ist richtig ‘teuer’ (wie soll das erst bei LTE werden?)
  2. Bewegung kostet Energie
Insofern also entspricht alles meinen Erwartungen und ist auch keine wirkliche Neuigkeit. Die o.a. Werte sollten euch zu einer guten Orientierung dienen. Sie weichen bei euch natürlich durch andere lokale Bedingungen, eure individuelle Nutzung und die von euch genutzten Apps bzw. Dienste ab.
Sollten eure Standbyzeiten bei ähnlichen Bedingungen signifikant von den o.a. Werten abweichen, so habt ihr m.E das Phänomen der Phantomnutzung bzw. Phantombenutzung bei euch. Ich selber war bisher zwei mal von der Phantombenutzung betroffen:
  1. Im Urlaub als keine Datenverbindung erlaubt war, ich einen Adressbucheintrag geändert hatte und dieser Eintrag von einem fehlerhaften Systemdienst wiederholt mit Exchange synchronisiert wurde, natürlich ohne Erfolg. (Lösung: per WLAN ins iNet)
  2. Fehlerhafte Dienste in der Mitteilungszentrale, die wohl auch Verbindungsprobleme zu ihren Servern hatten.  (Lösung: Dienste aus der Zentrale entfernt)

 

Aug032011

iPhone Akku schnell leer und Zeit Benutzung identisch mit Standby

Plötzlich verbraucht das iPhone außergewöhnlich viel Akku, in einer Stunde ca. 10%? In den Einstellungen ist die Zeit der Benutzung identisch mit der im Standby verbrachten Zeit?

Bei mir war folgendes die Ursache: Das iPhone war datentechnisch offline: mobil (Datenverbindung o. Roaming aus) und WLAN ebenfalls aus, z.B. typisch für eine Urlaubssituation im Ausland. Es wurde ein Eintrag im Adressbuch geändert. Das Gerät versuchte fortan den Eintrag auf den in diesem Fall Exchange Server zu synchronisieren. Selbst nach einem Reset wurde der Synchronisationsversuch fortgesetzt. Ich vermute, dass dieses Verhalten auf einen Fehler im iOS (hier 4.3.2) zurückzuführen ist und z.B. auch dann auftritt, wenn ein Termin zu einem Google Kalender der zumeist ebenso via Exchange angebunden ist, hochgeladen werden muss.

Die einzig mögliche Lösung des Problems war bzw. scheint mir zu sein, die erforderliche Datenverbindung für eine Synchronisation zu ermöglichen.

UPDATE iOS5: Auch unter dem neuen iOS scheint es bei zahlreiche Personen zu einem drastischen Einbruch bei der Batterielaufzeit zu kommen. Ich scheine ebenfalls temporär davon betroffen zu sein und auch hier ist die Zeit der Benutzung mit der Standbyzeit nahezu identisch bzw. weicht nur um wenige Minuten ab. Die Abweichung nimmt im Laufe weiterer Stunden um wenige Minuten zu. Aus- und wieder Einschalten hat das Problem behoben.

Aug032011

MasMovil – mobiles Internet in Spanien

Für meinen Spanienurlaub hatte ich mir einen Internetzugang über den spanischen Prepaidanbieter MasMovil ausgeguckt. Dieser bietet einen Zugang über das gut ausgebaute Netz von Orange an. Leider war die verkaufende Agentur im Ort Arta umgezogen, so dass ich deren neue Lokation erst erfragen musste. Dies gestaltete sich dank einer deutschen Kauffrau, die in der Nähe der alten Adresse ihren Laden hatte, recht einfach.

Die gut englisch sprechende Mitarbeiterin der Agentur Bonnin offerierte mir das Sonderangebot des Monats Juli: 10€ für 1GB, nachfolgend 15€ für jeden weiteren Monat. Diese würde sie am 28. Juli kündigen, so dass ich meine letzten Urlaubstage für 3ct je MB surfen konnte. Mit 15€ Startguthaben in bar, einer Kreditkartennummer, dem Personalausweis und meiner Urlaubsadresse war ich im Geschäft. Mit den verbleibenden 5€ sollte dies gut hinkommen. Aufgrund eines technischen Problems mit meinem iPhone konnte ich dieses sogar noch mit Hilfe eines frisch auf dem Agenturrechner installierten iTunes wieder flott machen – insgesamt ein toller Service!

Zur ersten kleinen Überraschung kam es, als am 28. das Guthaben aufgebraucht war. Da ich beim Kontostand von 5€ einer automatischen Aufladung widersprochen hatte, wurde das Konto sofort blockiert. Die Kündigung für den 1GB Tarif war somit wohl schon am 28. wirksam und vom erwarteten Restguthaben von 5€ war nichts mehr aufzufinden. So weit so schlecht, waren also im vielgerühmten Kleingedruckten noch Kosten vorhanden, deren ich mir nicht bewusst war. Ein Anruf bei der englischsprachigen Hotline war leider unbefriedigend, da er nicht zur weiteren Kostenklärung beitrug. Vielmehr endete er mit zusätzlichem Umsatz für MasMovil in Form einer Kontoaufladung für weitere 10€, wobei erste 2,50€ sich umgehend für den Hotlineanruf verflüchtigten.

Dann werde ich im Folgenden mal versuchen, mich die letzten 3 Tage etwas zurückzuhalten und mit ca. 200MB zu bescheiden – mal schauen ob’s klappt oder weitere Kostenüberraschungen lauern. Am letzten Urlaubstag muss ich das Konto dann selbständig über einen Anruf bei der Hotline kündigen. Das verbleibende Guthaben wird wohl ebenfalls an MasMovil ‘gespendet’ werden.

Update: Die Kündigung über die Hotline klappte problemlos. Das restliche Guthaben wird abzüglich 5€ zurückgebucht.

Jul032011

iCloud: so einfach funktioniert es – oder etwa nicht?

Laut Apple sind es zur Zeit folgende vier Bereiche, die eine Anbindung an die iCloud erfahren:

  1. iTunes
  2. Fotostream
  3. Backup, Apps, Dokumente, Bücher
  4. Mail, Kalender, Kontakte

Der Ansatz eines möglichst einfach handzuhabenden Synchronisations Dienstes innerhalb des Apple Universums ist zweifelsohne ein Mehrwert für alle Benutzer und aus Apples Perspektive ein geschickter Schachzug zur besseren Kundenbindung. Apples alt bekannte Strategie, alles solle einfach und intuitiv funktionieren, wird hiermit um einen weiteren wichtigen Meilenstein erweitert.

iTunes OTA (Over The Air =WLAN, 3G?) könnte helfen,auf dem iDevice Speicherplatz zu sparen. Man lädt nur die Alben herunter, die man gerade hören mag. Die anderen werden auf dem Gerät gelöscht. Aber fehlt da nicht noch etwas? Genau, eine Funktion um Alben auf dem iDevice zu löschen!

Der Fotostream/roll mit Platz für 1000 Fotos dürfte ausreichend sein. Das Verfallsdatum von 30 Tagen für eine Permanentspeicherung auf einem PC(?) oder MacBook ebenfalls.

Das hoffentlich inkrementelle Backup per WLAN ist sehr nützlich. Ob 5GB ausreichend Platz bieten wird sich zeigen müssen, vor allem wenn mehrere Geräte unter einem Account angemeldet sind. Apps wie GoodReader speichern umfangreiche Datenbestände in ihren lokalen Datenbanken, die zumindest bei mir ein vielfaches der 5GB belegen.

Mail, Kalender und Kontakte bieten so weit bekannt nichts neues gegenüber bereits bestehenden Lösungen von Google oder Microsoft Exchange Server. Derlei Daten sollten soweit privatisiert werden wie möglich oder alternativ zwischen mehreren Anbietern aufgeteilt werden – sofern sinnvoll und möglich. Somit kommt mit iCloud eine zusätzliche Option ins Spiel. Funktionale Details wie z.B.

  1. Können Kalender zwischen Benutzer geteilt werden?
  2. Sind dies dann aber nur iCloud Benutzer?
  3. Können Kontakte zwischen Benutzern geteilt werden?
  4. Können verschiedene Kontaktorder angelegt werden?

wird die Zukunft klären.

Jun042011

Dropbox synct KeePass Dateien mit iDevices

Wer Passworte über mehrere Systeme abgeglichen haben möchte, muss sich zu Lösung des Problems etwas ausdenken: Entweder er verwendet einen Cloud basierten Passwortdienst oder er verwendet eine Software, die Clients für möglichst viele Plattformen anbietet. Für letzteres bietet sich zum Beispiel das quelloffene KeePass an.

Eine Diskussion, ob man Kennworte bzw. Kennwortdateien ins Internet verlagern sollte, möchte ich hier nicht führen. Meines Erachtens ist die Verwendung einer sicher verschlüsselten Kennwortdatei wie bei KeePass jedoch sicherer als die Ablage, Verwaltung und Transport einzelner Werte, eventuell temporär ungesichert(?), über das Internet.

Wenn ich meine Passwortdatei von KeePass als sicher erachte, dann bietet der verwendete Clouddienst nur noch ein gewisses ‘Mehr an Sicherheit’, dessen Sicherheit selber ist aber eher Sekundär. Ich verwende u.a. deshalb eine geschützte Passwortdatei, da ich dem Schutzmechanismus vertraue, ansonsten könnte ich auch eine simple Textdatei verwenden. Im Fall des Dateidiebstahls sollte man in jedem Fall alle Kennworte sofort ändern.

Als Clouddienst zur Synchronisation der Passwortdatei kommt Dropbox zum Einsatz. Die KeePass Passwortdatei wird mit einem harmlosen Dateinamen wie z.B. ‘Kinderfoto.jpg’ versehen (Mimikry) und in einen privaten Dropbox Fotoordner (nicht den Standard Ordner Photos verwenden!) zusammen mit ein paar anderen echten Fotos abgelegt. Dieser Ordner ist ein Unterordner des Dropbox Wurzelordners und wird somit automatisch in die Cloud synchronisiert. Angenehmer Nebeneffekt ist die automatische Sicherung der Passwortdatei.

Auf anderen Systemen wird nun ebenfalls ein Dropbox Client installiert, der die Passwortdatei automatisch synchronisiert. Auf iOS Geräten wie iPhone oder iPad wird nun eine Software benötigt, die KeePass und Dropbox vereint. Hier kommt das Brand neue PassDrop zum Einsatz. Die Software kann zwar Stand heute (V1.0) noch keine Bearbeitung, aber diese soll in Zukunft nachgereicht werden und alle anderen Funktionen sind umso schöner und ausgereifter implementiert. Leider funktioniert die Mimikry mit der aktuellen Version noch nicht, da PassDrop die Dateierweiterung *.kdb benötigt.

Mögliche Alternativen könnten MyKeePass oder iKeePass sein, von denen ich jedoch aufgrund der offerierten Funktionalität bzw. der Rezension erstmal Abstand genommen habe.